Um den Jahreswechsel 2013/2014 wurde ich noch einmal richtig aktiv. Ein neuer Computer hatte den Markt erobert, den ich in dieser Form noch nicht gesehen hatte: Der Raspberry Pi – ein kompletter Rechner, nicht größer als eine Kreditkarte.
Anfangs diente er mir als Ersatz für meinen alten Fli4L-Router (ein ausgedienter PC mit AMD K6), vor allem um Strom zu sparen. Dabei lernte ich viel über Linux und den IP-Paketmanager. Doch im Hinterkopf keimte bereits eine Idee: Ein ATARI-Emulator, der speziell für die ARM-Architektur des Raspberry Pi optimiert ist – das Projekt RaspARI war geboren.
Ich programmierte wie wild los. Zuerst stand die CPU-Emulation im Fokus, gefolgt von der Hardware-Logik. Da das TOS beim Booten diverse Hardware-Tests durchführt (RAM-Check, Chip-Abfragen), musste ich diese Komponenten präzise emulieren. Später wechselte ich auf EmuTOS, da man hier die Hardware-Unterstützung gezielt konfigurieren kann.
Die Version 0.3 bot bereits eine umfangreiche Hardware-Emulation. RaspARI ist Freeware: raspari-0.3.rar
Nach Wochen intensiver Arbeit kam mir die Frage: Wofür mache ich das eigentlich? Der ATARI ist Geschichte. Teure Clones oder Coldfire-Projekte sind faszinierend, aber letztlich Fanservice für eine vergangene Ära. Das System hatte seine Zeit und seine Daseinsberechtigung, aber irgendwann hilft keine Herz-Lungen-Maschine mehr.
Aus dieser Erkenntnis heraus habe ich alles stehen und liegen lassen.
Ich habe alle ATARI-Projekte beendet und werde sie nicht wieder aufnehmen.