Line of Fire – Ein Browser für den ATARI?

Im Dezember 2003, nach einer intensiven Beschäftigung mit HTML, JavaScript und CSS, kam mir ein Gedanke: Da HTML ähnlich wie eine GEM-Resource in einer hierarchischen Baumstruktur aufgebaut ist, müsste ein Parser doch eigentlich machbar sein. Line of Fire Screenshot Line of Fire Screenshot

Aus dieser Idee entsprang das wahnwitzige Projekt, einen eigenen Browser für den ATARI zu schreiben: Line of Fire. Dass dies „verhältnismäßig einfach“ werden würde, stellte sich schnell als gewaltige Fehleinschätzung heraus. Die Komplexität eines Browsers ist enorm.

Dennoch veröffentlichte ich bereits im Januar 2004 (nach einer intensiven Programmierphase) die erste Alpha-Version. Es war damals eher ein HTML-Viewer als ein vollwertiger Browser. Nach einer längeren Pause packte mich im November 2005 erneut der Ehrgeiz, was zur Alpha 3 führte.

Line of Fire ist Freeware und kann hier heruntergeladen werden: lof003.zip

Features (Stand Alpha 3):
  • Keine Abhängigkeit mehr von SpeedoGDOS oder NVDI
  • Korrektur des berüchtigten Box Model Bugs (bekannt von Netscape 4 & IE) – sogar einstellbar!
  • Überarbeitete und optimierte Tabellenformatierung
  • Unterstützung für Frames und I-Frames
  • Textumfluss um Objekte (Bilder und Tabellen)
  • Vorbereitung auf CSS (erste Interpretation über das Style-Attribut)
Was damals noch fehlte:
  • Grafiken wurden in der Alpha-Phase noch nicht angezeigt
  • Links konnten noch nicht angeklickt oder verfolgt werden
  • Und natürlich sehr viele weitere moderne Browser-Standards

Fazit: Letztlich war die Luft irgendwann raus. Die Komplexität eines Browsers für einen Einzelkämpfer war schlicht zu hoch, oder mir ist die Lust am Projekt vergangen. Line of Fire wurde daher nicht mehr weiterentwickelt.